Kollektionen

Stückgefärbte Kleidung

In den 70er-Jahren kam die unternehmerische Intuition, die im Unternehmen Benetton zu nachhaltigen Veränderungen führte.

Bis damals entstanden bunte Kleidungsstücke direkt aus bunten Garnen. Dies bedeutet, dass wenn der Ertrag einer Farbe in einer bestimmten Saison unter den Erwartungen lag, musste Benetton mit ganzen Kartons voller nicht verkaufter Oberteile im Lager zurechtkommen.

Nach der Rückkehr von einer Reise nach Schottland, wo er alte Methoden zur Wollverarbeitung erlernt hatte, fiel Luciano Benetton etwas ein. Er rief Ado Montana an, der gleich alt war und aus einer Färberfamilie stammte, und erkundigte sich, ob Pullover erst nach – und nicht vor – ihrer Herstellung gefärbt werden können.

Die beiden verbrachten einige Monate in einem Treppenverschlag und führten Tests mit Wolle und Farben durch. Eines nachts verließ dann ein Pullover ohne Defekte die Färbewanne. Für Benetton wurde die Produktion von Pullovern aus rohem Garn und das anschließende Färben entsprechend der Bestellungen sofort zu einem riesigen wirtschaftlichen Vorteil.

Das war der Beginn der “Stückfärbung”, die in den nächsten Jahrzehnten auch von den größten Modemarken der Welt angewendet wurde.