Stores

Ein Store ohne Ladentheke

Im Jahr 1966 eröffnete der erste Store von Benetton in einer Fußgängerzone von Belluno, einem italienischen Städchen am Fuße der Dolomiten. „Wenn es hier klappt, dann klappt es überall“, sagte Piero Marchiorello, Sohn eines Händlers in der Stadt und Unternehmenspartner von Luciano Benetton.

Das Layout des Stores war innovativ. Tatsächlich wurden die Kunden dazu eingeladen zu stöbern und ihre Lieblingskleidungsstücke selbst auszusuchen. Nicht zufällig hieß der Store My Market. Wie von Marchiorello vorausgesagt, war das neue Modell erfolgreich und die beiden Parter eröffneten bald darauf einen weiteren Store in Cortina d’Ampezzo, einem Skiort für die High Society.

Geplant von den beiden italienischen Architekten Tobia und Afra Scarpa, war der Store in Cortina ein Open Space ohne Möbel, im dem das Licht die Farben der Pullover betonte, und die Ladentheke wurde durch einen kleinen Tisch am Eingang ersetzt. Das Personal kam nur zur Hilfe, wenn die Kunden wirklich Unterstützung benötigte.

Der Erfolg übertraf alle Erwartungen. Im Winter 1967 wurden im Store von Cortina täglich Hunderte Pullover verkauft. In den darauffolgenden Jahren konnten in den wichtigsten italienischen Städten eröffnet werden, und sogar darüber hinaus: 1969 weihte die Familie Benetton einen neuen Store auf dem Boulevard St. Germain in Paris ein.

In den frühen 60er-Jahren gab es 500 Stores von Benetton in aller Welt. Einige sind im direkten Besitz der Familie, andere werden von einem Netzwerk an Unternehmern und Handelspartnern geführt, die sich bemühen und sich als Botschafter der Marke sehen. Das war die Revolution des Franchising.